SKILLS NORTH OF THE ALPS
REGELWERK
Intention & Grundgedanke
Skills North of the Alps stehen für Arbeitsreitkunst, Teamwork und einen respektvollen Umgang mit Pferd und Rind. Die Wettbewerbe orientieren sich an den Traditionen der frühen Californios und an den Werten der Canadian Bridlehorse Association.
Ziel aller Teilnehmenden ist es, jede Aufgabe ruhig, effizient und ohne unnötigen Stress für die Tiere zu erfüllen. Bewertet wird nicht Schnelligkeit, sondern das Verständnis für das Signal Balanced Ride, klare Kommunikation, Übersicht und Verantwortung im Team.
Alle Klassen haben eine Zeitvorgabe. Skills North of the Alps sind unter keinen Umständen Speed-Events.
Die Zeit wird ausschließlich als Tie-Breaker bei Punktegleichstand herangezogen.
AuSRÜSTUNG UND PRÄSENTATION
(GEAR & PRESENTATION)
Die Wettbewerbe zeigen das arbeitende Bridled Stockhorse und führen Reiterinnen und Reiter an diese Tradition heran. Traditionelle Ausrüstung ist ausdrücklich erwünscht.
Alle verwendete Ausrüstung muss sauber, sicher und in gutem Zustand sein. Stolz auf Pferd und Outfit soll sichtbar werden.
Bevorzugte Ausrüstung:
- Hackamore: geflochtenes Bosal aus Leder oder Rohhaut mit Rohhaut- oder Seilkern. Mecate aus sicherem Material nach Wahl.
- Two-Rein: Pferde ab 5 Jahren mit vollständigem Gebiss. Zwei Hände sind nur am Unterzaum erlaubt und nur wenn nötig. Californio Style Bridle Bit mit Lederkinnriemen.
- Straight Up (Bridle): Californio Style Bridle Bit, Spade Bit bevorzugt, Lederkinnriemen, Romel Reins with Rein Chains. Neck- oder Get-Down-Rope ist Pflicht. Zweihändiges Reiten ist nicht erlaubt.
- Weitere Zäumungen wie Snaffles sind erlaubt, sofern sie korrekt passen, sicher sind und nicht zu den verbotenen Ausrüstungsgegenständen zählen.
Die Richter behalten sich das Recht vor, Ausrüstung jederzeit zu prüfen und ohne Diskussion auszuschließen.
Verbotene Ausrüstung:
- Kinnriemen aus Kette oder anderem Material als Leder
- Mechanische Hackamores oder Stahlseilkerne
- Gedrehte Mundstücke, Gag-style Bits oder Mundstücke mit drei oder mehr Gelenken
- Tie-Downs oder Martingale
Grausamer oder unsachgemäßer Einsatz von Ausrüstung führt zum Ausschluss.
Zur Kleidung gehören lange Hosen, Stiefel mit Absatz und Langarmhemden. Chinks, Armitas und Cowboyhüte sind erwünscht. Helme sind für alle erlaubt und für Youth verpflichtend.
Divisionen (Divisions)
In allen Divisionen werden Pferde und Rinder so behandelt, als gehörten sie dem Richter, dem sogenannten Cow Boss.
Es gibt drei Divisionen:
- Intermediate:
erfahrene Reiter ohne oder mit professionellen Hintergrund. - Novice:
Einsteiger. - Youth:
bis einschließlich 16 Jahre, Stichtag ist der 1. Januar des Veranstaltungsjahres.
Jede Division besteht aus drei Klassen: Herd Work, Roping und Ranch Horse Pattern.
Bei der Intermediate Division kommt noch die Klasse Alley Sporting hinzu.
Die Platzierung ergibt sich aus der Gesamtpunktzahl aller Klassen.
Ein Pferd-Reiter-Paar zählt als eine Wertung. Mehrere Pferde pro Reiter sind erlaubt, alle Starts erfolgen jedoch in derselben Division.
Klassen und Bewertung (Classes & Scoring)
Herd Work:
Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer wählt für diese Klasse zwei „Teammates“ aus, die als Herd Holders unterstützen. Die bewertete Person wird als Lead Rider bezeichnet.
Während dieser Klasse wird ausschließlich der Lead Rider beurteilt und gibt die Anweisungen an seine Herd Holders. Der Lead Rider erhält keine Punkte für Aufgaben, die von den Herd Holders für ihn ausgeführt werden.
Die Rodear Line wird, sofern möglich, in der Arena durch eine physische Markierung gekennzeichnet, die für Reiterinnen, Reiter und Richter gut sichtbar ist.
Dem Lead Rider wird eine divisionsabhängige Time Allowed sowie die entsprechende Sort (siehe Score Sheets) zugeteilt. Die Startnummer des zu sortierenden Rindes wird dem Lead Rider beim Einreiten in die Arena angesagt.
Die Zeitmessung beginnt, sobald der Lead Rider die Rodear Line überquert, und endet, wenn die letzte Aufgabe gemäß dem divisionsspezifischen Score Sheet abgeschlossen ist.
Im Fall eines Consecutive Sort müssen die Rinder die Rodear Line in fortlaufender Reihenfolge verlassen und außerhalb dieser Linie verbleiben. Kehrt ein Rind zur Herde zurück, muss der Sort erneut begonnen werden – und zwar ab der niedrigsten Nummer der zurückgekehrten Rinder.
Beispiel: Hat der Lead Rider die Rinder mit den Nummern 1 und 2 sortiert und Rind Nummer 2 kehrt in die Herde zurück, muss Rind Nummer 2 erneut sortiert werden, bevor Rind Nummer 3 sortiert werden darf. Rind Nummer 1 bleibt dabei außerhalb der Rodear Line. Kehrt Rind Nummer 1 zurück, beginnt der Sort erneut bei Nummer 1 und muss wieder konsekutiv durchgeführt werden.
Roping Classes:
Jede Division hat im Bereich Roping ein eigenes Set an Aufgaben, das dem Erfahrungsstand der jeweiligen Division entspricht.
Der Lead Rider wählt zwei Teammates, die gemeinsam mit ihm in die Herde gehen, ihn unterstützen und bei Bedarf Hilfestellung leisten. Es wird erwartet, dass diese Gruppe überwiegend aus Reitern der Intermediate Division besteht, da sie über die Erfahrung verfügen, andere Reiter sicher zu unterstützen und korrekt in die jeweilige Situation zu bringen.
Für jede Division wird eine vorgegebene Zeit festgelegt, angepasst an Division und Tagesbedingungen. Die Roping Classes sind keine Speed-Events. Jeder Lead Rider absolviert die Aufgaben gemäß den Score Sheets nach bestem Können, unterstützt durch die anderen Reiter.
Die vorgegebenen Rindnummern, die geropt werden sollen, werden dem Lead Rider beim Annähern an die Herde angesagt. Die Zeitmessung beginnt, sobald der Lead Rider die Rodear Line überquert, und endet, wenn die letzte Aufgabe auf dem jeweiligen Score Sheet abgeschlossen ist.
Ranch Horse Pattern
Das Ranch Horse Pattern ist für alle Divisionen identisch. Jeder einzelne Bestandteil des Patterns wird entsprechend der jeweiligen Division des Reiters bewertet.
Von Reitern der Intermediate Division wird erwartet, dass sie die Zirkel und Linien ihres Patterns im Lope auf dem Hufschlag reiten. Reiter der Novice Division sowie der Youth Division haben die Möglichkeit, die entsprechenden Teile des Patterns im Trot zu reiten.
Für das Ranch Horse Pattern ist eine vorgegebene Zeit festgelegt. Das Pattern ist kein Speed-Event.
In allen Divisionen beginnt die Zeitmessung, sobald der Reiter das Gate öffnet, und endet, wenn der Reiter nach Abschluss des gesamten Patterns die Richter grüßt.
Alley Sort Class (Intermediate)
Für die Alley Sort Class steht dem Lead Rider eine vorgegebene Zeit von 6 Minuten zur Verfügung, um alle Bestandteile der Klasse zu absolvieren.
Der Lead Rider wählt einen Turnback Rider, der die Herde hält. Der Turnback Rider verbleibt während der gesamten Klasse im Alley und darf diesen nicht verlassen. Das Öffnen oder Durchreiten des Gates ist dem Turnback Rider nicht gestattet.
Die Zeitmessung beginnt, sobald der Lead Rider an der Rodear Line die Richter grüßt, und endet, wenn sich das Breakaway löst oder der dritte Fehlwurf (Third Missing Shot) erfolgt.
Die vorgegebene Rindnummer wird dem Lead Rider angesagt, sobald er die Rodear Line überquert.
Der Lead Rider sortiert das entsprechende Rind durch das Gate, verlässt dieses und schließt das Gate anschließend selbst. Danach arbeitet der Lead Rider das Rind dreimal entlang der kurzen Wand der Arena.
Im Anschluss ropt der Lead Rider das Rind vor der Rodear Line und löst über Breakaway.
Allgemeine Regeln
Entscheidungen der Richter sind endgültig. Pferde unter vier Jahren sind nicht startberechtigt. Kleidung bringt keine Extrapunkte, ruhige und saubere Arbeit hingegen sehr wohl.
Hengste
Hengste sind ausschließlich in der Intermediäre Division zugelassen. Eine Teilnahme an Workshops im Rahmen der Veranstaltung ist ausgeschlossen.
Die Richter können Hengste jederzeit aus Sicherheitsgründen ausschließen.
Richterverständnis und Fairness
Richter für Rinderklassen verfügen über praktische Erfahrung in der Rinderarbeit und im Roping. Bewertet wird die Fähigkeit, Aufgaben effizient zu lösen, ohne unnötige Unruhe in der Herde zu verursachen.
Die Ranch-Horse-Pattern-Klassen werden von Richtern beurteilt, die sicher alle Gangarten, Übergänge und Linien erkennen und fair bewerten können.
Kleinere Fehler werden mit Augenmaß beurteilt, wenn sie ruhig vorbereitet und sauber gelöst werden.
Richter wissen, wie viel Vorbereitung in Pferd und Reiter steckt, und handeln entsprechend verantwortungsvoll.

